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Religionsunterricht

Meine besondere Erstkommunion

Hallo! Ich bin 8 Jahre alt und besuche die Hilda-Heinemann-Schule in Bochum. Und mit dieser Schule wurde mir etwas ganz besonderes ermöglicht:
Im Rahmen des Religionsunterrichts wurde ich auf die 1. Hl. Kommunion vorbereitet.
Das ist eigentlich, mal abgesehen von meinem Alter, noch nichts Besonderes.
Aber mit mir gingen noch sechs weitere Kinder zur Kommunion. Und jeder von uns hat eine besondere Herausforderung.
Ich zum Beispiel habe das Down Syndrom und entwickle mich etwas langsamer als andere Kinder. Aber ich gehe gerne zur Kirche. Seit Herbst darf ich sogar Messdiener in St. Lambertus Castrop sein, was ich mit Hingabe mache.
Die anderen Kinder haben auch ein Handicap. Sie können zum Teil nicht gut sprechen oder haben einen anderen Bewegungsdrang als ich.
Aber wir hatten alle Anfang des Schuljahres den Wunsch, zur Kommunion zu gehen.
Unsere Eltern äußerten allerdings Bedenken, ob die eine oder andere Gruppenleitung in der gemeindlichen Vorbereitung nicht mit uns etwas überfordert wäre. Zudem sind wir unter der Woche immer sehr lang in der Schule und oft stehen auch danach noch wichtige Therapien an. Also wäre noch ein Termin wirklich zu viel geworden.
Und so wünschten wir uns eine Kommunionvorbereitung in der Schule.
Unser Rektor Herr Bader erlaubte meiner Lehrerin Frau Appenfeller, dass sie jeden Dienstag zwei Stunden nur für uns und die Vorbereitung da war. Und meine Mama als Religionspädagogin unterstützte sie dabei.
Immer dienstags trafen wir uns. Wir gestalteten eine Gruppenkerze, hörten Geschichten von Jesus, lernten das Glaubensbekenntnis in „Einfacher Sprache“ und das „Vater unser“ mit Gebärden.  Wir sprachen über Jesus Geburt und sein Leben, erfuhren auch von seinem Tod und von der Auferstehung und sangen ganz viele Lieder.
All diese Dinge brachten wir am 30.4.16 auch in unseren Kommunionsgottesdienst in St. Elisabeth Bochum-Gerthe mit ein.
Ich erwähnte ja bereits, dass manche Kinder nicht sprechen können, aber erstaunlicherweise singen oder einen Sprachcomputer verwenden. Und so fand sich für jedes Kind eine Aufgabe im Gottesdienst.
Ohne Pastor kann so ein Gottesdienst natürlich auch nicht stattfinden. Mit Pastor Ulrich Kosch aus Bochum, der auch immer unsere Schulgottesdienste mitmacht, fanden wir einen Priester, der uns mit Respekt und auch notwendiger Gelassenheit begegnet.*
Und zur Vorbereitung auf die Erstkommunion besuchten wir auch mehrmals die Kirche in Bochum. Das war anfangs ganz seltsam für den einen oder anderen. So viele neue Eindrücke! Wie soll man damit umgehen? Wir übten aber fleißig, wie man sich in der Kirche benimmt.
Wenn man uns etwas zutraut und uns zeigt, wie etwas geht, dann können wir ganz vieles!
Wir bekamen die Chance, uns auf einen ganz besonderen Tag vorzubereiten und wir nutzten sie! Die 1. Hl. Kommunion wurde ein wunderbares Fest für alle!
Das erste Mal zur Kommunion zu gehen, mag für das eine oder andere Schulkind etwas sein, was einem eben in der 3. Klasse passiert.
Für mich war es wirklich ein Geschenk. Denn jetzt gehöre ich komplett dazu!
Danke!


*Unser Pastor Grohsmann aus Castrop tut das auch.  Aber da die meisten Kinder aus Bochum kommen, sollte dort auch gefeiert werden.
P.S.: Weitere Unterstützung erhielten wir auch von der Gemeindereferentin Frau Pappert ohne die wir sonst keine Gewänder gehabt hätten und den Klassenassistentinnen, die einige Kilometer machten, um den einen oder anderen von uns wieder einzufangen, falls es uns langweilig wurde.